Im Schultenhof in die Dritte Welt (März 2007)

 


11742961310 Vorstellung der Ergebnisse im Plenum


Comenius-Kolleg führt Erstsemester ein
Es ist gar nicht so einfach, in die Rolle eines brasilianischen Indios zuschlüpfen, oder in die einer Beauftragten der staatlichen Indianerbehörde des Landes oder gar eines gewissenlosen Großgrundbesitzers. Und doch gelang dies am Ende von drei Tagen intensiven Unterrichts im Mettinger Schultenhof, wo das Comenius-Kolleg seine Erstsemester in den Unterrichtsschwerpunkt Dritte-Welt-Problematik einführte. Pater Osmar Gogolok äußerte sich sehr zufrieden mit der Präsentation der Ergebnisse im abschließenden Plenum. „Mir gefiel besonders, dass fast alle neuen Studierenden sich bei der Vorstellung der Arbeitsergebnisse geäußert haben. Es ist gar nicht so einfach, seine Scheu zu überwinden, vor einer großen Versammlung zu sprechen“, meinte der Leiter des Comenius-Kollegs.


11742961311 Alle neuen Studierenden trugen vor


Arbeitsgruppen befassten sich mit den Themenbereichen Trinkwasser und Zisternenprojekte, Fairer Handel mit Produkten aus Lateinamerika, Afrika und Asien, Indianer in Amazonien, Kinderarbeit und Straßenkinder in Brasilien, Gesundheit und Pflanzenmedizin. Vorbereitet hatten Studierende höherer Semester in ihrer Freizeit die Arbeitsgruppen. Dieses Ehrenamt wird nun schon seit über 25 Jahren von jungen Erwachsenen ausgeübt. Lehrer und Lehrerinnen begleiten dann die Gruppen inhaltlich.

11742961312 Rollenspiele gehören zur Präsentation


Der Schultenhof war eine ganz neue Umgebung für die Einführungstage. Über 25 Jahre war das Bernhard-Otte-Haus in Hopsten Heimstatt für diese wichtige Aktivität des Kollegs gewesen, bis der Bischof von Münster zum Ende des vergangenen Jahres das Bildungshaus schloss. Jetzt konnte die Gemeinde Mettingen aushelfen, bis demnächst ein Haus in der Umgebung gefunden wird, in dem die Erstsemester wieder übernachten können. „Das Kennenlernen der Neuen untereinander ist neben der inhaltlichen Einführung in das Schwerpunktthema des Kollegs ein wichtiger Aspekt dieser Tage“, erklärte Dritt-Welt-Koordinatorin Gerborg Meister.
Die Tage im Schultenhof waren nach einhelliger Meinung der neuen Kollegiaten gelungen. Mettingens „gute Stube“ zeigte ihnen eine gelungene Verbindung von Geschichte und moderner Welt, von alt und jung, nicht zuletzt, weil an den Tagen neben dem Comenius-Kolleg dort auch eine Grundschulklasse und zwei Kindergartengruppen zu Gast waren und beim Besuch im Postmuseum bewiesen, wie lebendig Geschichte sein kann.
Fotos: P. Osmar Gogolok, Text: Hupsy