Abschied von drei Lehrern (Juni 2007)
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11826755130 Dreimal mit dem Haus verbunden: Peter Donnermeyer


Dreimal sei er mit dem Haus verbunden, sagte Peter Donnermeyer zu seinem Abschied vom Comenius-Kolleg. Das Gebäude lernte er als Junge kennen, als es noch die Knabenrealschule beheimatete. Dann war er von 1979 bis 1981 Studierender am Comenius-Kolleg. Schließlich arbeitete er seit 1992 hier als Lehrer für Deutsch und Latein. Er konnte vermitteln, dass Sprache nicht nur ein wichtiges Kommunikationsinstrument ist, unabdingbar für die Integration in eine Gesellschaft - Deutsch als Fremdsprache war ein weiteres seiner Lehrfächer -, sondern auch wie schön Sprache sein kann. Jetzt wechselt er zum Mettinger Kardinal-von-Galen-Gymnasium. AStA, Lehrerrat, Mitarbeitervertretung, Schulleitung und Schulträger dankten Peter für15 Jahre Engagement vor allem für die Studierenden. Weit über seine Pflichten hinausgehend brachte sich Peter in die Institution ein, von vielen oft unbemerkt, so z.B. in den Ferien bei der Mithilfe zur Erstellung der Stundenpläne, aber auch als Beratungslehrer. Legende sind seine Reiseleitungen nach Rom und zu anderen antiken Stätten in Italien, aber auch seine auf profunden Kenntnissen beruhenden, didaktisch wertvollen Einführungen in die Römerzeit auf hiesigem Boden z.B. in Haltern oder Xanten. Viele Jahre setzte sich Peter Donnermeyer als gewähltes Mitglied des Lehrerrates für Kolleginnen und Kollegen ein. So blieb es nicht aus, dass neben der Freude, Peter vor einer neuen Aufgabe in einem neuen Lebensabschnitt zu sehen, auch Wehmut im Kollegium zu spüren war. Wenn die Konferenz, in der Peter verabschiedet wurde, eine Theatervorstellung gewesen wäre, dann hätte der lang anhaltende Beifall viele Vorhänge bedeutet.

11826755141 Jan Gerdemann, von Westfalen ins Rheinland


Wesentlich kürzer in Mettingen war Jan Gerdemann, der für drei Jahre Mutterschaftsvertretung verpflichtet worden war und deshalb nicht bleiben konnte, obwohl er gern geblieben wäre, wie er in seiner bewegenden Abschiedsrede betonte. Jan, Westfale aus Hagen-Haspe, hatte sich schnell gut eingelebt im Nordzipfel des Landesteils. Sein trockener westfälischer Humor kam ebenso gut an bei Lehrenden und Studierenden wie sein Wissen und Bildung vermittelnder Unterricht in Geschichte und Religion. Nicht nur religiös gebundene junge Menschen interessierten sich für seine Religionsstunden, sondern auch solche, die sich selbst als areligiös bezeichnen. Studienfahrten zu den Gedenkstätten der Emslandlager sollten nicht nur historische Fakten verdeutlichen, sondern auch zeigen, dass Faschismus nicht über Nacht kommt, dass er sich nicht wiederholen darf, dass es dazu des Engagements der Demokraten bedarf. Jan Gerdemann wechselt an ein Gymnasium im Rheinland, nach Rheinbach bei Bonn. Auch Jan sah die Versammlung ungern scheiden.
Reich beschenkt beginnen Peter und Jan nach den Sommerferien die Arbeit an den neuen Wirkungsstätten. Dazu viel Erfolg, Freude und Gottes Segen.
Abschied nahm auch Pastor Otto Ruthenschröer. Er war wegen einer Reise nicht anwesend. So verabschiedete Pater Donatus "Bruder Otto" nach 35 Jahren Kontroverstheologie in den mehr als verdienten Ruhestand. Seit Gründung des Kollegs hatten er und Pater Donatus in einer in Deutschland wohl einmaligen Form des Religionsunterrichtes als Protestant und Katholik gemeinsam die jeweils fünften Semester unterrichtet und nicht nur Ökumene doziert, sondern vorgelebt und eben manchmal kontrovers erstritten. Pastor Ruthenschröer, Rechtsritter des Johanniterordens, war überaus beliebt wegen seiner profunden Kenntnisse der Theologie, die aber nie den Menschen und seine Wirklichkeit vergaß, und wegen seiner liebenswürdigen Bescheidenheit. Ihm wünschen alle einen guten Ruhestand und noch viele Jahre Wirkens für die Menschen.
Fotos und Text: Hupsy