Ausstellung „Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ (22.2. 19.3.2010)


Ausstellung „Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ (22.2. – 19.3.2010)

Eröffnungsveranstaltung: “Trostfrauen“ – Das Kriegsverbrechen der systematischen Zwangsprostitution von koreanischen Frauen (23.2.2010 um 9.55 Uhr im Comenius-Kolleg Mettingen)

Zur Ausstellung „Eine Welt im Zweiten Weltkrieg“, die vom 22.2. bis zum 19.3. im Comenius-Kolleg zu sehen ist, möchten wir Sie herzlich einladen.

Im Zweiten Weltkrieg leisteten Millionen Soldaten aus der Dritten Welt freiwillig oder zwangsrekrutiert ihre Militär- und Arbeitsdienste für ihre in den Krieg verwickelten Kolonialländer, um die Welt vom deutschen und italienischen Faschismus sowie vom japanischen Großmachtswahn zu befreien. Weite Teile der Dritten Welt dienten als Schlachtfelder und blieben nach Kriegsende verwüstet und vermint zurück.


Dabei starben in der Dritten Welt mehr Soldaten und Zivilisten als in Deutschland, Italien und Japan zusammen.
In der Dritten Welt gab es allerdings nicht nur Opfer, sondern auch Kollaborateure der faschistischen Achsenmächte, die im Krieg an deren Seite kämpften, von Nordafrika und Palästina über den Irak und Indien bis nach Thailand und Indonesien.
Diese Zahlen und Fakten sind bisher in den Geschichtsbüchern ignoriert oder bewusst verschwiegen worden. Die vom Rheinischen JournalistInnenbüro in Köln herausgegebene Ausstellung möchte die Sicht auf den Zweiten Weltkrieg erweitern.

Die Ausstellung ist wochentags von 8.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. An den Wochenenden kann die Ausstellung nach Absprache geöffnet werden.

Am 23.2. um 9.55 Uhr findet die Ausstellungseröffnung statt. Dazu trägt der Korea-Verband e.V. Berlin einen Vortrag, einen Film und eine Porträtserie zu den „Trostfrauen“ – Das Kriegsverbrechen der systematischen Zwangsprostitution durch das japanische Militär im Asien-Pazifik-Krieg (1937 - 1945)“ bei.
Das japanische Militär und seine Helfer verschleppten während des Asien-Pazifik-Krieges mindestens 200.000 Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 11 und 29 Jahren aus ehemaligen Kolonien Japans wie Korea und Taiwan in die Kriegsgebiete. Sie zwangen sie zur Prostitution und nannten sie Trostfrauen. Die wenigen Überlebenden isolierten sich meist und schwiegen. Ihr Leben änderte sich, als eine von ihnen, die mutige Zeitzeugin Kim Hak-Soon, 1991 dieses Schweigen brach und öffentlich auftrat.
Der japanische Fotograf Yajima Tsukasa lebte von 2003 bis 2006 mit einigen „Trostfrauen“ im „Haus des Teilens“ in Südkorea. Er pflegte sie und machte Porträtserien mit ihnen. Seine künstlerische Verarbeitung bringt den Zuschauern diese mutigen Zeitzeuginnen näher.

Falls Gruppen durch die Ausstellung geführt werden wollen oder zur Eröffnungsveranstaltung kommen wollen, bitten wir um Anmeldung unter 05452/2358. 

Text: Gerborg Meister