Milch und Models (Februar 2011)

 

Im Aufzuchtstall – hier steht der wertvolle Nachwuchs


Milch und Models
Mechanisierung, Intensivierung und Spezialisierung als Kennzeichen einer
industrialisierten Landwirtschaft – mit diesem Thema beschäftigten wir uns im Erdkundeunterricht. Auf dem Hof Asmuß in Badbergen erhielten wir einen Eindruck davon, wie heutzutage auf einem Milchviehbetrieb gearbeitet wird.

Frau Asmuß betreut – sie wird dabei von ihrer Familie unterstützt - etwa 100 Tiere 
(35 Milchkühe und deren Nachkommen). 
Im Stall wurden uns die „Models“ vorgestellt und schnell wurde klar, dass es hier weniger um Quantität, sondern mehr um Qualität geht. Frau Asmuß ist erfolgreiche Züchterin der Osnabrücker Herdbuch Genossenschaft und konnte uns auf typische Merkmale der Rasse Schwarzbunte Holstein Frisian hinweisen: ein großrahmiges schlankes Rind mit hoher Milchleistung. Die Teilnahme an Tierschauen und die Platzierung in Wettbewerben erhöht den Wert eines Tieres und so stellt die Zucht neben der Milchproduktion ein zweites wichtiges Standbein des Betriebes dar. Zuchtmethoden wie die künstliche Besamung sind heute die Regel, Embryotransfer keine Seltenheit mehr. 

Wie viel Milch eine Kuh gibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der Genetik spielen Haltung, Fütterung und Gesundheitszustand eine Rolle. Die Haltungsbedingungen für Milchkühe haben sich, so die Meinung der Fachfrau, im Laufe der letzten Jahrzehnte verbessert. Die Ställe sind hell und luftig, die Kühe haben die Möglichkeit, sich frei zu bewegen oder auszuruhen. Von April bis November haben die Kühe des Hofes Asmuß zudem Weidegang.
Aber auch die Arbeitsbedingungen für den Menschen haben sich verbessert. Der Einsatz von Maschinen erleichtert viele Tätigkeiten. Im Melkstand können jeweils sechs Kühe gleichzeitig gemolken werden. Die Gliederung in zwei Etagen ermöglicht ein Arbeiten in aufrechter Haltung.
Alle zwei Tage wird die Milch abgeholt und zur Zweigstelle der Molkerei Nordmilch nach Holdorf geliefert.
„Und wie viel Milch geben nun ihre Kühe?“ Die Antwort erstaunt: „Durchschnittlich etwa 
20 bis 25 Liter pro Melkzeit, d.h. 40 bis 50 Liter pro Tag!“
Text und Foto: Marion Finkmann