Agape (März 2015)

               „Wir sind bunt!“

 Comenius-Kolleg steht für Vielfalt und Toleranz

„Das Boot ist voll“, so tönt es durch die mit Menschen gefüllte Pausenhalle. Einige Studierende sitzen in einem Schlauchboot. Es ist der Schluss einer kurzen Spielszene, die häufig zu hörende Vorurteile und Ressentiments gegenüber Flüchtlingen und Ausländern verdeutlicht hat. Auf schwarzen Plakaten stehen dazu passende Schlagzeilen, Zitate und Aussagen aus den Medien und von Politikern, die in den letzten Jahren mit Populismus Ängste geschürt haben. Diese Vorurteile machen das Boot voll. Ohne Not und ohne Sinn, denn wenn man sich die reellen Zahlen, Daten und Fakten nüchtern anschaut, werden mögliche Gründe für Ängste direkt widerlegt.

 

In der Agape wird der Bogen zu den Pegida- bzw. Antipegida-Demonstrationen geschlagen. Weihbischof Stefan Zekorn hat 30. Januar 2015 in Münster zum Abschluss der Demonstration "Keinen Meter den Nazis" und "Münster gegen Pegida" vor ca. 7000 Teilnehmern für mehr Toleranz und Vielfalt geworben. Diese Ansprache wird vorgetragen und so klingt auch folgender Satz durch die Pausenhalle: „All denen, deren Gedanken von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit verdunkelt sind, rufen wir von Münster (und ich füge hier hinzu: auch von Mettingen) aus zu: „Nie wieder!“ Und so werden die schwarzen Plakate mit den fremdenfeindlichen Aussagen auf den Boden geworfen. An ihre Stelle tritt ein selbst gestalteter bunter Regenbogen: Jeder kann seine Bitten für eine Gemeinschaft und auch für einen Glauben, der für alle Menschen da ist, auf bunte Zettel schreiben, die anschließend entsprechend befestigt werden.

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Der Regenbogen wird als Zeichen des Friedensbundes Gottes mit den Menschen angesehen und als Erinnerung und Auftrag, diesen Frieden zu halten. Insofern beinhaltet das Symbol des Regenbogens für uns zum einen die religiöse Friedensbotschaft, zum anderen aber auch den Hinweis auf die gemeinsame Grundlage von Juden, Christen und Moslems. Als Zeichen für diese gemeinsame Grundlage wurden unter dem Regenbogen Gebete aus den genannten Religionen gesprochen.

In vielen Regionen der Welt ist z.Z. ein friedliches Zusammenleben nicht möglich. Darauf nimmt die im Folgenden zitierte umgewandelte Fassung des „Vater unser“ Bezug.

 

Vater unser im Himmel

also auch der Vater der Ukrainer, Syrer und Franzosen, die alle unsere Brüder und Schwestern sind

Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme

nach Dresden, in die Ukraine, nach Moskau und Washington, nach Jerusalem und in den Gaza-Streifen. Wir bitten dich, lass die Menschen in allen Regionen der Welt die Bereitschaft zum friedlichen Zusammenleben finden.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden

Bei mir will ich anfangen, deinen Willen zu tun, denn es ist besser eine kleine Lampe anzuschalten, als über die Dunkelheit zu fluchen.

Unsertägliches Brot gib uns heute

Wir schmeißen Essen weg, weil wir zu viel haben, und in der Welt gehen täglich Hunderttausende zugrunde.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Wir wollen nicht warten, bis die anderen kommen, sondern sollten den ersten Schritt tun.

Und führe uns nicht in Versuchung

Bewahre uns vor der Versuchung der Gleichgültigkeit, denn die ganze Welt ist unsere Sache.

Sondern erlöse uns von dem Bösen

Befreie die Welt von der Last des Krieges und gib ihr neue Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit!

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Einige Studierende haben sich im Vorfeld Gedanken gemacht, wie wir auch im Alltag am Comenius-Kolleg Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen können. Die gesammelten Ideen werden unter den Regenbogen befestigt, wo sie als Anregung dienen sollen.

Nach einem Segen findet das gemeinsame Mahl statt. Auch in der Vielfalt der mitgebrachten Speisen zeigt sich das Motto der Agape.

Für eine besondere Stimmung sorgen die Beiträge der Musikgruppe, die mit Liedern wie z. B: „We are the world“ die Agape mitträgt. Diese Beiträge sind eine große Bereicherung für die Agape, so dass alle hoffen, dass der Aufruf an neue Musiker für die Gruppe von vielen gehört wird.

  1. J. Röhr und E. Hellner