Ein Einblick in ein mittelständisches Maschinenbau-Unternehmen (März 2016)

Dass Musikerinnen und Musiker Töne erzeugen, Ton aber ein Rohstoff bei der Herstellung von Baustoffen ist, dass die Ziege nicht mit Ziegeln verwechselt werden darf – das hatten die Studierenden des T2-Kurses des Studienkollegs am Comenius-Kolleg schon im vorbereitenden Unterricht im Fach Deutsch gelernt. Wie aber ein hochmodernes Ziegelwerk funktioniert, wie viel Automatisierungstechnik darin enthalten ist und wie wichtig Energieeinsparungen sein können, das erfuhren sie erst bei ihrem Besuch von Keller HCW, einem mittelständischen Unternehmen in Ibbenbüren-Laggenbeck.

Frau Freye, Ausbildungsleiterin und Assistentin der Produktionsleitung, informierte die Studierenden zunächst in ihrer perfekt vorbereiteten Präsentation über das Unternehmen, das sich auf die Herstellung und Lieferung kompletter Ziegelwerke spezialisiert hat, für Auftraggeber aus der ganzen Welt, zeigte aber auch andere Zweige wie die Fertigung von Kunststoffschälmaschinen zur Herstellung von Folien oder im Bereich der Automatisierungs- und Messtechnik die Entwicklung berührungsloser Temperaturmessgeräte. Ebenso erfuhren die Studierenden, dass die Ausbildung bei Keller groß geschrieben wird. Dabei war vielen von ihnen das System der Ausbildung in Deutschland, die duale Ausbildung mit umfangreichen Ausbildungsordnungen für die verschiedenen Berufe, ganz neu. Zudem zeigte ihnen Frau Freye an verschiedenen aktuellen Stellenausschreibungen, dass sie im Anschluss an ihr beabsichtigtes Studium gute Chancen z.B. als Maschinenbau- oder Elektroingenieur bei Keller haben könnten, insbesondere, wenn sie zu einem internationalen Einsatz bereit wären. Ganz im Sinne der Studierenden waren die Informationen zu Praktikumsmöglichkeiten, dass Keller HCW immer für solche Wünsche offen sei.

Praktisch wurde es bei der Vorstellung einer aktuellen Neuentwicklung, des Enviro-Ofens, durch den verantwortlichen Ingenieur Herrn Heitmann. Dieser Ofen, in dem die Ziegel gebrannt werden, bei Temperaturen von über 1000 Grad, soll vor allem durch eine neue Art der Anordnung und Gestaltung der Wagen, auf denen die Ziegel durch den Ofen transportiert werden, zu einer Energieeinsparung von bis 40 Prozent beitragen. In seinem engagierten Vortrag machte der Verfahrenstechniker deutlich, dass interdisziplinäres Denken und Teamwork für seine Arbeit ganz wichtig sind.

Die Studierenden bewerteten im Anschluss diese Exkursion sehr positiv, als Bereicherung des Deutschunterrichts. Frau Freye und Herr Biesewig, der verantwortliche Lehrer, wiederum sind gespannt, ob die ersten Vorgespräche auch wirklich zu Praktika von Studienkollegiaten bei Keller HCW führen.

Keller2

Text und Bilder: Gunther Biesewig