Praktikumsbericht:
Im Rahmen meines Bachelor- Studiums der Fächer Mathematik, Geographie und Spanisch an der Universität Osnabrück, durfte ich in der Zeit vom 09.09.2013 bis zum 11.10.2013 am Comenius- Kolleg in Mettingen mein allgemeines Schulpraktikum absolvieren.
Ich war sehr gespannt darauf zu erfahren, wie es sich anfühlen würde „auf der anderen Seite“ zu stehen und das theoretisch Erlernte endlich in die Praxis umzusetzen, aber auch darauf, den Alltag eines Lehrers und die Facettenvielfalt und Schwierigkeiten dieses Berufes zu erleben.


Vor allem weil ich selber an dieser Schuler im Sommer 2012 mein Abitur gemacht habe, konnte ich den Beginn des Praktikums kaum erwarten und freute mich sehr darauf ein paar „alte Gesichter“ wiederzutreffen und das Leben an der Schule, an der ich 2,5 Jahre eine wundervolle Schulzeit genießen durfte, jetzt in einer anderen Perspektive zu beobachten.
Als Mentor wurde mir Thorsten Bahlmann zugeteilt, der mich damals in den Fächern Mathematik und Physik bis zum Abitur begleitet hat und jetzt in der Zeit als Praktikantin der Hauptansprechpartner für mich war.
Zusammen haben wir einen Stundenplan für mich erstellt und besprochen, was ich für Ziele und Wünsche in der Zeit meines Praktikums habe. Basierend darauf, hatte ich hauptsächlich Kurse im Fach Mathematik bei Herrn Bahlmann und weiteren Mathelehrern und Lehrerinnen, aber auch einige Kurse im Fach Geographie. Spontan konnte ich jederzeit auch in anderen Fächern wie z.B. Portugiesisch, Religion und Chemie hospitieren.
Ich wurde vom gesamten Kollegium sehr herzlich begrüßt und aufgenommen und jeder hat mir seine Hilfe angeboten. Vor allem in den ersten Tagen hatte ich in den Pausen im Lehrerzimmer so viele nette Gespräche, dass ich kaum dazu gekommen bin mein Pausenbrot zu essen. Wirklich alle waren sehr interessiert, wie das Studium in der heutigen Zeit abläuft und haben gerne lustige Anekdoten aus ihrer Zeit als Student erzählt.
In der ersten Woche war ich hauptsächlich mit der Hospitation der Unterrichtsstunden beschäftigt. Unter verschiedenen Schwerpunkten habe ich unter Anderem das Verhalten der Studierenden und Lehrkräften, oder auch den Unterrichtsablauf an sich, beobachtet. Nach jeder Hospitation konnte ich mit der jeweiligen Lehrkraft das Beobachtete reflektieren und Meinungen und Ideen austauschen.
Aber schon ab dem dritten Praktikumstag durfte ich unter der Leitung von Herrn Bahlmann assistieren und selber einige Unterrichtsstunden vorbereiten und leiten. Das war natürlich der für mich aufregendste Part. Ich hätte vorher nie gedacht wie groß der Unterschied zwischen dem Lernen und dem Lehren ist und auf was für scheinbare Kleinigkeiten, die aber am Ende eine große Wirkung haben, wie z.B. das Sprechtempo oder die Körpersprache, man achten muss.
Die Reflexion nach der jeweiligen Lehrprobe spielte dabei eine sehr wichtige Rolle für mich, denn das war die beste Gelegenheit von der jahrelangen Arbeitserfahrung meines Mentors zu profitieren. Durch die stets konstruktive Kritik von Herrn Bahlmann konnte ich meinen Unterricht sehr gut reflektieren und supervisieren, wodurch ich von Unterrichtsstunde zu Unterrichtsstunde immer mehr Sicherheit bekam und sich die anfängliche Angst und Unsicherheit in Spaß am Unterrichten und an der „Arbeit“ umwandelte.
Auch von den Reaktionen der Studierenden war ich sehr positiv überrascht, denn auch von ihnen wurde ich direkt herzlich aufgenommen und respektiert. Gerade ihr Feedback war mir sehr wichtig, weshalb ich am Ende der von mir geleiteten Unterrichtsstunden einen anonymen Evaluationsbogen ausgeteilt habe. Alle haben ihn gerne ausgefüllt und insbesondere über die netten persönlichen Kommentare habe ich mich sehr gefreut.
Am letzten Tag haben wir uns mit weiteren interessanten und lustigen Gesprächen bei Kaffee und Kuchen verabschiedet und ich konnte mit dem Gefühl die richtige Berufswahl getroffen zu haben das Praktikum beenden.
Ich danke allen Studierenden, Lehrerinnen und Lehrern und vor allem Thorsten Bahlmann für meine zweite unvergessliche Zeit am Comenius- Kolleg und wünsche allen alles Gute, in der Hoffnung, dass wir beruflich vielleicht bald wieder aufeinander treffen!
Joyce Baumgarte