Am 20. Oktober 2019 erhielt der Fotograf Sebastião Salgado den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Schon vor mehr als 10 Jahren hat das Comenius-Kolleg, zuletzt 2008, in zwei Ausstellungen Teile des Werkes von Salgado der Schulöffentlichkeit präsentiert.

So war die Ausstellung *Terra* im Herbst 2008 im Kolleg zu sehen. Damals hieß es im Presseartikel (IVZ 28.11.08): „Menschen, die – mit ihren wenigen Habseligkeiten beladen – auf der Flucht sind, Särge auf der Ladefläche eines Fahrzeugs, ein offener Sarg, der den Blick auf einen Verstümmelten frei gibt, Menschen während einer Trauerfeier für die vielen Toten, die der Kampf ums Land in Brasilien fordert. Schwer erträglich sind manche Fotos (…).“

Seine durchgehend schwarz-weiß gehaltenen Bilder geben Zeugnis vom Kampf gegen die Großgrundbesitzer, von alltäglicher Gewalt und Flucht. Aber seine Bilder zeigen auch Lebenslust, Menschen bei religiösen Feiern, spielende Kinder.

Dadurch, dass Salgado die Situation der Landbevölkerung in seinem Heimatland Brasilien in den Fokus seiner Arbeit genommen hat, fühlte und fühlt sich das Comenius-Kolleg wegen seiner brasilianischen Wurzeln durch die Franziskaner der nordostbrasilianischen Franziskanerprovinz, wegen der Theologie der Befreiung, des Engagements für die Indigenen und den Erhalt der Schöpfung mit dem Künstler verbunden.

Salgado wurde 1944 im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren und lebt heute in Paris.

In der Begründung des Stiftungsrates für diesen wichtigen Preis heißt es u.a.: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein 2019 an den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado und zeichnet mit ihm einen Bildkünstler aus, der mit seinen Fotografien soziale Gerechtigkeit und Frieden fordert und der weltweit geführten Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit verleiht. Zugleich hat Sebastião Salgado mit seinem ,Instituto Terra‘ eine Einrichtung geschaffen, die einen direkten Beitrag zur Wiederbelebung von Biodiversität und Ökosystemen leistet.

Mit seinem fotografischen Werk, das in zahlreichen Ausstellungen und Büchern veröffentlicht ist, nimmt er die durch Kriege oder Klimakatastrophen entwurzelten Menschen genauso in den Fokus wie jene, die traditionell in ihrer natürlichen Umwelt verwurzelt sind. Dadurch gelingt es Sebastião Salgado, Menschen weltweit für das Schicksal von Arbeitern und Migranten und für die Lebensbedingungen indigener Völker zu sensibilisieren.“

(Susanne Böttcher)