Trägerschaft des Comenius-Kollegs übernommen

Den Schulbetrieb des Mettinger Comenius Kollegs hat die Deutsch-Brasilianische Studienstiftung St. Antonius langfristig gesichert. Das teilten der Stiftungsvorsitzende Helmut Kellinghaus sowie Thorsten Bahlmann (Stellvertreter und Kollegleiter) in einem Gespräch mit unserem Medienhaus mit.

Foto: Oliver Langemeyer
Die Gebäude des Mettinger Comenius-Kollegs müssen in den kommenden Jahren renoviert werden. Da kommen nach Einschätzung des Stiftungsvorsitzenden Helmut Kellinghaus Investitionen von einigen Hunderttausend Euro zusammen.

„Das bedeutet aber nicht, dass wir keine finanziellen Sorgen haben“, erklärte Kellinghaus. Denn das Schulgebäude an der Sunderstraße stammt aus den sechziger Jahren und ist inzwischen dringend sanierungsbedürftig. Kellinghaus geht bei den Bauprojekten, welche die Stiftung vor der Brust hat, von mehreren Hunderttausend Euro aus. Als Sofortmaßnahme sollen neue Fenster kommen. Die sind immer noch lediglich einfach verglast. Kosten: 40 000 bis 60 000 Euro, schätzt Kellinghaus.

Zudem steht eine Reihe energetischer Maßnahmen auf dem Renovierungsprogramm. So gelte es, mehrere Kältebrücken zu entfernen und das Gebäude mit einer Wärmedämmung auszustatten. Darüber hinaus sei die Klinkerfassade an der Westseite ein Sanierungsfall. Fest steht, verdeutlichen Kellinghaus und Bahlmann, dass die Stiftung die Bauprojekte aus ihrem Kapital neben dem Anteil an der Finanzierung des Schulbetriebs nicht bezahlen könne. Die Stiftung sei daher nach wie vor auf die Hilfe Dritter angewiesens. Der ehemalige Bürgermeister Kellinghaus ist regelmäßig unterwegs, um Gespräche darüber zu führen.

Vor gut einem Jahr hat die Deutsch-Brasilianische Studienstiftung die Trägerschaft für die Weiterbildungseinrichtung und das Studienkolleg übernommen. Der Franziskanerorden sah sich dazu aufgrund fehlender Mitbrüder nicht mehr in der Lage. „Es war ein gutes erstes Jahr“, bilanziert Kellinghaus.

Stiftungsvorstand und Kuratorium bestehen zum größten Teil aus Mettingern, die sich zu einem sehr guten Team entwickelt hätten. Erfreulich sei vor allem die große Unterstützung von Sponsoren und Spendern. Damit habe die Stiftung das Kapital für den Schulbetrieb sichern können. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Bahlmann. Den größten Teil zur Schulfinanzierung steuert das Land NRW mit 94 Prozent bei, drei Prozent kommen vom Bistum Münster, ein Prozent von der Gemeinde. Den Rest muss die Stiftung aufbringen.

Wie erfolgreich das Kolleg seit Jahrzehnten ist, zeigt ein Blick auf die Zahl der Studienbewerber. Jahr für Jahr wollen sich rund 400 Menschen an der Sunderstraße anmelden, um das Abitur zu erwerben oder die Zulassung zu einem Hochschulstudium zu erhalten. „Wir können aber nur 100 Studierende aufnehmen“, sagt Bahlmann. So soll es bleiben. Gedanken, das Kolleg zu erweitern, gebe es nicht. Denn es sei gerade das bescheidene, kleine System mit derzeit 360 Schülern und 34 Lehrern, das die Einrichtung ausmache.

Die Stiftung hat sich ohnehin vorgenommen, die Schule ganz im Sinne der Franziskaner weiterzuführen, betonen Kellinghaus und Bahlmann. Deshalb werde bei den Renovierungsmaßnahmen nur das erledigt, was unbedingt notwendig ist.

 

Dialog der Kulturen

Das Comenius-Kolleg entstand 1972 durch die Übernahme des brasilianischen Kirchenordens der Franziskaner-Mönche. Schon seit 1965 hatte die nordostbrasilianische Franziskanerprovinz im Tüöttendorf eine Schule, auf der Spätberufene auf die Mission in Brasilien vorbereitet wurden. Als Einrichtung des zweiten Bildungsweges können Männer und Frauen dort Abitur machen. Schwerpunkt ist der Dialog der Kulturen. Seit 1982 gibt es das Studienkolleg für Studierende aus dem Ausland zum Erwerb der Zulassung für Hochschulen in Deutschland.

(IVZ vom 23.02.2019)