METTINGEN. Wenn die Klassenräume zur Cocktailbar oder zum Bistro werden und im exotisch geschmückten Foyer ausgelassen gefeiert wird, dann ist Brasilianische Nacht am Comenius Kolleg. Mit heißen Rhythmen und ganz viel südamerikanischem Flair wurde das ehrwürdige Studienkolleg einmal mehr zur Karnevalshochburg der außergewöhnlichen Art. Eine wohltuende Abwechslung im karnevalistischen Einerlei dieser Tage: weniger bierselig, dafür bunt, lebensfroh, multikulturell.

„Mit unserer Brasilianischen Nacht laden wir alle zwei Jahre Kollegiaten, Lehrer und Ehemalige zu Begegnung und Austausch in lockerer Atmosphäre ein“, erklärte Elena Rech das Anliegen der launigen Veranstaltung. Gemeinsam mit Peter Pogoda leitete sie ein 30-köpfiges Organisationsteam, das auch für die 17. Auflage des Kultevents ein tolles, überwiegend natürlich der brasilianischen Kultur entlehntes Showprogramm auf die Beine gestellt hatte.

Mit zahlreichen Show-Acts gelang es erneut vorzüglich, ein wenig von der Atmosphäre des legendären Karnevals in Rio nach Mettingen zu holen. Zum Beispiel Capoeira: Die Gruppe des Osnabrücker Jugendzentrums Westwerk bot faszinierende Einblicke in diesen brasilianischen Nationalsport, der die Elemente Musik, Tanz, Akrobatik und Kampf verbindet. Leichtfüßigkeit gepaart mit Lebensfreude versprühten auch die Samba-Tänzer und die Breakdance-Formation „Street Stylez“. Im weiteren Verlauf der exotischen Karnevalssause gab es unter anderem Streetdance-Aufführungen, einen Afro-Beats Dance Act und Bachata-Tanz.

Auf brasilianische Art zu feiern liegt beim Comenius Kolleg nahe. Schließlich wurde das Studienkolleg 1967 durch Franziskaner gegründet, die lange Zeit in Brasilien tätig waren. Ebenso nahe liegt es da, die Erlöse aus der Veranstaltung nach Abzug der Kosten in brasilianische Hilfsprojekte fließen zu lassen.

Insgesamt studieren am Comenius Kolleg rund 400 junge Erwachsene aus Deutschland und der ganzen Welt, darunter immer auch 30 bis 50 Gäste aus Brasilien. Zwei von ihnen, Loìs und Jurè, führten am Sonntag durchs abwechslungsreiche Programm. Als Gag hatten die beiden Schilder mit den Anweisungen „Applaus!“ und „Jubel!“ vorbereitet, die sie zwischendurch immer wieder hoch hielten. Das war vor allem deshalb lustig, weil es dieser Aufforderungen nun wirklich nicht bedurfte. Jubel und Applaus während der Aufführungen kamen ganz von alleine, und zwar tosend. Auch während der Tanzrunden zwischen den Aufführungen war die Stimmung bombastisch, und die Brasilianische Nacht dürfte für die Feiernden noch zu einer langen Nacht geworden sein.

(Text und Bilder aus der IVZ vom 25.02.2020, Holger Luck)

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