Der Geschichtskurs des fünften Semesters machte sich, zwar mit verringerter Teilnehmerzahl, aber guter Stimmung, auf, die Ausstellung „Einige waren Nachbarn“ des United States Holocaust Memorial Museum (UHMM) im Foyer der Bezirksregierung Münster, präsentiert von der Villa ten Hompel, zu besuchen.

Auf 22 Tafeln gibt die Ausstellung die Rolle der „normalen“ Menschen im Holocaust wieder und verdeutlicht, wie die Menschen sich durch äußere Einflüsse beeinflussen ließen. Einige Menschen hatten Angst, bei anderen wurde Gleichgültigkeit deutlich, wieder andere lebten ihren Judenhass aus, und einige sorgten sich um ihre Karriere oder um das Ansehen in der Gemeinschaft. Gruppenzwang oder die Chancen auf materiellen Gewinn waren weitere Motive.

Auf der anderen Seite zeigt die Ausstellung aber auch Personen, die den Möglichkeiten und Versuchungen, ihre Mitmenschen zu verraten, nicht nachgegeben haben. Sie erinnern uns daran, dass es auch in extremen Zeiten Alternativen zu Kollaboration und Täterschaft gibt.

Die gezeigten Fotos, gesammelt in ganz Europa, beeindruckte die Exkursions-Teilnehmer nachhaltig.

Nach dem Besuch der Ausstellung war der Redebedarf groß, um das Gesehene zu verarbeiten. Die Exkursion schloss mit einem Besuch ausgewählter Stolpersteine in der Münsteraner Altstadt bei zwar strahlendem Sonnenschein, aber eisiger Kälte.