Obwohl er uns noch mit einigen Portugiesisch Stunden am Kolleg unterstützen wird, ist seine „offizielle Dienstzeit“ zum Ende dieses Sommersemester vorbei.

40 ereignisreiche, turbulente, mit vielen Projekten, Erinnerungen und Korrekturen erfüllte Jahre waren es für Bernd Lobgesang, dem Sprachtalent und unermüdlichen Eine- Welt- Koordinator.

Mit seinem inner- und außerschulischen Engagement hat er sowohl seine Schüler als auch seine Kolleginnen und Kollegen positiv geprägt und somit einen tiefen Fußabdruck als Mitgestalter des Kollegs hinterlassen.

Bernd begann nach dem Studium vom 4.9.80 bis 31.1.81 am Comenius-Kolleg Deutsch und Geschichte zu unterrichten, wobei er zunächst in Hupsys und Lauritas Wohnzimmer, später dann im „Doppelten Voss“ Quartier bezog.

Nach der Referendarzeit in Hamburg vom 1.2.81 bis 1.6.82 kam er im August 1982 zurück nach Mettingen, zunächst als „Studienrat“ zur Anstellung im Ersatzschuldienst“ in den Fächern Deutsch und Geschichte, später kamen dann Geographie und auch Portugiesisch dazu.

Er arbeitete lange Zeit als Beratungslehrer, wurde ab 2013 „Eine-Welt-Koordinator“ (u.a. Organisation der Eine-Welt-Tage, der Projekttage und der UNESCO Ausstellungen).

Zusammen mit Franjo Röhr und Gerborg Meister hat er die „Krabbenausstellung“ und „Kinderausstellung“ für das Comenius-Kolleg konzipiert und behielt diese Tradition auch bei, indem er das Foyer des Kollegs regelmäßig mit Themen ausstattete, die zur Reflexion über Nachhaltigkeit, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und die Rolle des einzelnen in unserer Welt anregten.

Dabei setzte er auf traditionelle Visualisierung durch Plakate, aber auch (zur Überraschung einiger) auf moderne Umfragen und Unterschriftenaktionen in sozialen Medien wie facebook, um etwa gegen die Politik Bolsonaros zu boykottieren, weiter den Regenwald in Brasilien abzuholzen.

Dort pflegte er auch jahrelang intensive Kontakte durch diverse Projekte, Austauschprogramme und Besuche, indem er den franziskanischen Geist mit Leib und Seele unterstützte (repräsentierte und lebte).

Nicht unerwähnt bleiben dürfen Bernds exzellenten Karten- und Tafelbilder mit einer gestochen sauberen Handschrift, womit er Studierende und Kollegen/innen gleichermaßen beeindruckt hat.

Als Wandervogel unternahm er eine Vielzahl von Exkursionen mit Studierenden, insbesondere nach Florenz und in die DDR (Eisenach, Weimar, Dresden, Leipzig), aber auch nach Oberursel/Taunus und in die Nähe von Waren/Mecklenburg-Vorpommern in der Wendezeit.

Bemerkenswert waren seine Aktivitäten an den UNESCO-Koordinationstreffen und anderen Veranstaltungen wie die Leitung der Eine Welt-Gruppe, die in den letzten Jahren verstärkt durch die Studienkollegiaten gebildet wurde. Dank ihm und seiner während der Eine- Welt- Tage immer wieder gestellten Frage: „Wer war eigentlich Comenius?“ wissen die Teilnehmer dieser großartigen und gerade für die Erstsemester wegen ihrer integrativen Funktion so wichtigen Veranstaltung auch etwas über den Namensgeber der Schule und sein zeitloses, weil offenes und schülerorientiertes, Lernkonzept.

Nicht zu vergessen sind schließlich seine jahrelangen Tätigkeiten im Lehrerrat, als Mitglied der Schulkonferenz und der Mitarbeitervertretung. Besonders angenehm waren die Gespräche beim Mittagessen in der gemütlich- familiären Atmosphäre der Lehrermensa im Studienheim mit Elena Rech, Franjo Röhr und Peter Pogoda, wo neben außerschulischen Aspekten zum Beispiel die kulinarischen Erfahrungen thematisiert wurden, die Bernd auf seinen ausgedehnten Reisen sowohl in Osteuropa, dem Orient aber auch Mittel- und vor allem Südamerika gesammelt hat. „Die mexikanische Kultur ist faszinierend, sie wird nur noch durch das mexikanische Essen überflügelt“, meinte er manchmal träumerisch.

Deshalb bedanken wir uns bei Bernd Lobgesang für sein Lebenswerk und hoffen, dass wir seine Projekte, Impulse und vorbildliche Arbeit angemessen fortführen können.

Peter Pogoda, Franjo Röhr