Dass Buddhismus, ob Hinajana, Mahajana oder Wadschrajana, sich verschieden äußern kann, trotzdem aber grundlegende Gemeinsamkeiten hat, erklärt der Mönch Han Tan den Studierenden und Lehrenden, die während des dritten Semesters mit dem Thema Weltreligionen das Kloster besuchen. „Wenn ich einen Krug mit Wasser habe und gieße ihn in eine bauchige Vase und dann in eine eckige, dann hat sich die Form verändert. Aber der Inhalt bleibt der gleiche.“ Han Tan beantwort nicht nur geduldig die zahlreichen Fragen der Studierenden, er gibt auch eine Lehrstunde in gelungener Wissensvermittlung. Vor allem seine Beispiele sind schlicht und treffend und dabei doch so tiefgehend.

Bei der religiösen Zeremonie von etwa 20 Minuten Dauer, die der Frage- und Diskussionsrunde vorausging, verharrte die Gruppe in ungewohntem Schweigen und in respektvoller Sitzhaltung.

Das Kloster ist ein offenes Kloster, sagt . Deshalb kann die Gruppe aus Mettingen dort sein. Es ist ein vietnamesisches Kloster, nicht nur religiöses, sondern auch kulturelles Zentrum für Tausende Vietnamesen, die es vor allem als „Boat People“ nach Deutschland verschlug. Ein vielarmiger, goldener Awalokiteschwara im Gebetsraum zeigt, dass hier auch tibetische Buddhisten „Heimat“ finden, wie auch chinesische und thailändische, die das Kloster regelmäßig aufsuchen.

In der Pagode mit ihren sieben Stockwerken stehen in Regalen an den Wänden aufgereiht 10.000 golden schimmernde Buddhafiguren. 10.000, im Chinesischen sowohl Zahl als auch Symbol für Unendlichkeit, bedeutet, dass es unendlich viele Buddhas gibt.

Unterricht außerhalb des Klassenraumes, wie schon Comenius es forderte. Diesmal eine gelungene Exkursion nach Hannover, wozu das Planungsgeschick der neuen Vorsitzenden der Fachkonferenz Religion, Eva Hellner, gewiss beitrug. Die Kombination von Gruppenbillet und Niedersachsen-Ticket ließ den Tag samt vegetarischem Mittagessen im Kloster gerade mal € 12 kosten.

Fotos: Sebastian Hojka – Text: Hupsy