Bernd Lobgesang

Diese Einführung gibt es seit 1978. Das besondere an ihr ist, dass sie von Studierenden, Lehrenden und Profis von außerhalb geleitet wird. Diesmal stellte Eine-Welt-Koordinator Bernd Lobgesang in der Schulveranstaltung am Ende der drei Tage einem interessierten Publikum von Lehrenden und Studierenden aus den höheren Semestern die Ergebnisse von acht Arbeitsgruppen vor.

Beim zweiten Versuch gelang es: Karussel aus Resten

Straßenkinder in Brasilien – wohl bekannt. Aber gibt es solche auch in Deutschland? Der Arbeitsgruppe, die am Einkaufszentrum auf der Schultenwiese einen Film zum Thema drehte, wurde von einer Behörde beschieden, es gebe keine in unserem Land. Wie realitätsfern können doch Behörden sein.
Interkulturelles Lernen anhand von Recycling-Spielzeug bot eine andere Arbeitsgruppe an. Die Kinder, die dieses Spielzeug aus Abfällen erstellen und dabei eine große Kreativität zeigen, sind sehr oft Straßenkinder. Den Studierenden der Gruppe ging das Basteln nicht immer leicht von der Hand. Umso tiefer war der Einblick in die Lebenswelt der Kinder in Afrika und Lateinamerika.

Vorsicht vor Einflüsterern

Integration und Islam in Deutschland: Mediendiskurs und Realität – ein anspruchsvoller Titel. Aber eine unbedingt notwendige Auseinandersetzung zu häufigen Beiträgen der Medien zum Thema Islam, die diese Religion und ihre Träger auf Fanatismus oder gar Terrorismus verkürzen. Ein kleines Theaterspiel veranschaulichte das Problemfeld und ermutigte dazu, Einflüsterungen zu widerstehen und sich eine solide eigene Meinung zu bilden.

Interessiertes Publikum

Akkus, wiederaufladbar, Müll vermeiden, also ökologisch sinnvoll. Das gute Gewissen wurde durch die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe empfindlich gestört. Wie sieht die Ökobilanz der Produktion von Akkus aus, wie ihre Schadstoffbilanz am Ende ihrer Nutzungszeit? Wichtige Fragen stellte die Gruppe.

Drei Studierende arbeiteten in diesem Sommer vier Wochen lang in einem Projekt in Amazonien. Daraus entstand dann die Arbeitsgruppe „Nachhaltiges Wirtschaften im amazonischen Regenwald“. Der ist zwar weit weg von uns, geht uns aber unmittelbar etwas an. Vernichtung des Regenwaldes für Soja und Zuckerrohrplantagen, zumeist zur Produktion von „Bio“kraftstoffen, Abholzung für Rinderweiden oder für den Export von Edelhölzern. Die Liste ist groß. Dabei kann der Regenwald am Amazonas eine riesige Schatzkiste sein, in der Menschen nachhaltig, also dauerhaft, wirtschaften und leben können.

Kindersoldaten. Damit sind keine Kinder gemeint, die das in unserem Land reichlich vorhandene Kriegsspielzeug benutzen oder aber bei Tagen der offenen Tür auf Militärfahrzeugen der Bundeswehr herumklettern, sondern Kinder, denen ihre Kindheit geraubt wird, indem sie von verbrecherischen Erwachsenen zu „Killern“ ausgebildet werden. Die Arbeitsgruppe wies auf dieses Drama hin, zeigte aber auch, dass es Projekte gibt, die diesen Kindern eine Zukunft bieten ohne Morden und Töten.

Fair gehandelte Waren

Ein Tisch im Foyer zeigte schon die ganze Zeit, was fairer Handel an Produkten bietet. Was bedeutet fairer Handel? Die Arbeitsgruppe erläuterte, was mit den Erlösen bei leicht höheren Preisen geschieht, vor allem eine Stärkung der sozialen Situation in den Partnerprojekten, z. B. im Bildungsbereich.

Unser kleiner Weltladen

Unser kleiner Weltladen im Kolleg ist ein gutes Beispiel für fair gehandelte Produkte. 
Hier noch die Adressen der beiden Profis, falls jemand Kontakt aufnehmen möchte. Alex Nascimento Laranjeira www.capoeiraosnabrück.de und Franz Josef Lotte www.interkultur-aktiv.de.
Fotos: Heinz Schoenke, Text: Hupsy