Das sich jetzt dem Ende entgegen neigende Semester weist eine ganze Reihe von Höhepunkten auf.
Den Startschuss bildete gleich schon im Februar die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“. Sie wurde von der NRW-Abteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung konzipiert und von einer ihrer Mitarbeiterinnen im Foyer des Kollegs eröffnet. Im Anschluss daran führte die Vertreterin dieser der SPD nahen Stiftung mehrere Gruppen von Kollegiaten durch die Ausstellung und äußerte sich im Anschluss sehr begeistert über das von den Studierenden gezeigte lebhafte Interesse.
Am zweiten März feierten wir dann wie alle zwei Jahre den Brasilianischen Karneval, der wieder einmal ein buntes Programm bot, das sich von lateinamerikanischen Standardtänzen bis hin zu einer Capoeira-Aufführung erstreckte. Mehrere 100 Gäste nahmen an dem bunten Abend teil, sodass am Schluss der Veranstaltung auch in finanzieller Hinsicht ein sattes Plus erwirtschaftet werden konnte.
Zwei Wochen später kam dann die Nicaragua-Ausstellung „Über-lebens-welten 2.0“ des Informationsbüros Wuppertal ins Foyer der Schule. Sie zeigt in Text und Bild die Entwicklung von auf dem Land und in der Stadt lebenden Frauen in Nicaragua, die oft unter materiell sehr dürftigen Verhältnissen ihre Familien ernähren müssen.
Vom 12. bis zum 14. März fanden die Eine-Welt-Tage in den Räumen des Schultenhofs und der Schule statt und boten den Erstsemestern des Comenius-Kollegs und des Studienkollegs die Möglichkeit, sich durch Vorträge und Gruppenarbeit mit Brasilien und Themen der Einen Welt vertraut zu machen. Die drei Tage wurden durch eine gelungene Präsentation der Ergebnisse auf der Tenne des Schultenhofs abgerundet.
Anfang April begingen wir dann den UNESCO-Projekttag, der diesmal unter dem Motto „Welterbe Erde – mach dich stark für Vielfalt“ stand. Allen vorherigen Bedenken zum Trotz war die Beteiligung der Studierenden an dieser Aktion gut, was sicherlich auch mit dem bunten und vielfältigen Angebot an Arbeitsgruppen zusammenhing: Exkursionen zum Heiligen Meer bei Hopsten und in den Botanischen Garten nach Osnabrück gehörten genauso dazu wie internationales Kochen, Bau von Insektenhotels, Pflanzenkartierung auf dem Gelände der Schule und eine Seminarrunde zur multinationalen Geschichte und Kultur Deutschlands. An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt, dass der UNESCO-Projekttag in Erinnerung an die Atomkatastrophe in Tschernobyl ins Leben gerufen wurde und alle zwei Jahre stattfindet.
In vielerlei Hinsicht gekrönt wurde dieses Semesterprogramm aber durch den Sport- und Benefiztag am 22 Mai. In Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Benefizläufer John McGurk und seiner Organisation „Sportler 4 a Childrens World“ veranstalteten wir ein buntes Sportprogramm, in dessen Verlauf 4000.- € für zwei soziale Projekte in Brasilien gesammelt wurden: Bei dem einen Projekt geht es um die „Stiftung Cafu“ in São Paulo, die Kinder und Jugendliche in einer Favela der Stadt durch viele sportliche und kulturelle Aktivitäten von der Straße holt. Die zweite unterstützte Organisation nennt sich „Xingu Vivo“: Sie steht Menschen in Amazonien, die von Belo Monte, dem weltweit drittgrößten Staudammbau, vertrieben werden, mit Rat und Tat zur Seite. Vom Osnabrücker Rathaus aus startete bei strahlendem Wetter eine Gruppe von ca. 30 Langläufern und Fahrradfahrern und legte über mehrere Etappen die Strecke bis zum Kolleg in Mettingen zurück, wo sie von sportbegeisterten Kollegiaten und Lehrenden enthusiastisch empfangen wurde.
Was aber soll nun im nächsten Semester geschehen? Das Programm steht noch nicht fest, jedoch wird es wahrscheinlich wieder zwei Ausstellungen geben. Ich stehe in Verhandlungen mit Caritas in Freiburg wegen der Ausstellung „Jugend in Brasilien – ein Blick hinter die WM-Fassade“. Außerdem könnte die Ausstellung „Waldträume“ über ein in Paraguay lebendes und von Großgrundbesitzern bedrohtes Indianervolk ans Kolleg geholt werden. Fest steht auf jeden Fall, dass vom 10. bis 12. September die Eine-Welt-Tage stattfinden werden. Im Oktober werden dann mehrere Vertreter der Schule an dem UNESCO-Fachtagung „Glück auf – Pot(t)entiale nutzen und entwickeln“ in Essen teilnehmen. Und am Schluss des Semesters gibt es auf jeden Fall wieder ein Brasilien-Gespräch. Aber bis dahin ist es noch lange.
Bernd Lobgesang