Liebe Leserinnen und Leser,

 immer wenn die Weihnachtszeit nahte, erinnerte mich meine Mutter daran, meinen Wunschzettel zu schreiben, damit meine Wünsche auch in Erfüllung gehen können.

 Eigentlich wollte ich mich – so hatte ich es mir zunächst vorgenommen – bei allen für die schöne Anfangszeit als Schulleiter am Kolleg bedanken.

Heute hat mich meine Frau an die alte Tradition des Wunschzettels erinnert. Sie hat mich gefragt, was ich mir wünschen würde und Antworten wie: „Weltfrieden“, oder „eine liebe Tochter“ zählen nicht, denn eine liebe Tochter habe ich schon. Also muss ich mir etwas Besseres einfallen lassen.

 Als ich vor einigen Jahren am Kolleg anfing zu unterrichten, habe ich mir eine ruhige und geordnete Schule gewünscht. Ich bekam nach einiger Zeit mit, dass auch diese Schule weder ruhig noch geordnet ist, sondern das Kolleg entspricht eher dem geordneten Chaos. Aber selbst das Chaos hat eine Grundordnung, die sich nicht jedem sofort erschließt, aber deswegen nicht schlecht ist.

 Als Beratungslehrer habe ich mir weniger problematische Studierende gewünscht. Toll war, dass auch dieser Wunsch mir nicht erfüllt wurde, denn ich habe so viel über das Leben der Kollegiaten gelernt, dass ich keine dieser Erfahrungen missen möchte. Ich bin an diesen Situationen gewachsen.

 Als Lehrer habe ich mir gewünscht, Schule mitgestalten zu können. Dieser Wunsch ist mir erfüllt worden. Nicht erst dadurch, dass ich Schulleiter wurde, auch vorher durfte ich meine Ideen einbringen: Einige Ideen wurden abgeschmettert, andere später umgesetzt und viele waren einfach nur dumm.

 Heute bin ich dankbar und stolz, Leiter des Comenius-Kollegs zu sein und dennoch habe ich Wünsche:

 Ich wünsche mir ein Comenius-Kolleg,

  • das auch nach dem Jahr 2032 mit Stolz auf die letzten 60 Jahre zurück blickt.
  • das mit Freude die Gedanken des franziskanischen Trägers mit trägt und weiterentwickelt.
  • in dem sich alle Studierenden, Kolleginnen und Kollegen wohl fühlen.
  • in dem sich alle Studierenden, Kolleginnen und Kollegen gerne für einander und ihre Schule einsetzen.
  • in dem weiter ein so offenes und kulturverbindendes Klima herrscht, wie die letzten 42 Jahre.
  • in dem junge Menschen eine weitere Chance bekommen, ihr Leben zu ordnen und eine neue Richtung einschlagen können.
  • in dem junge Menschen ihr Abitur bekommen können.

Ich wünsche mir, dass diese Schule weiter ein Juwel in der Schullandschaft und in seiner Form einzigartig bleibt.

Die sehr privaten Wünsche, wie Socken und Schokolade schreibe ich auf einen anderen Zettel, die Wünsche oben betreffen das Kolleg und um diese können wir uns gemeinsam kümmern und daran arbeiten.

Nun können einige denken und sagen, was gehen mich die Wünsche von Thorsten Bahlmann an. Denen kann ich nur Recht geben und denken: „Die Wünsche waren für die formuliert, die es interessiert und sollen anregend wirken.“

Ich wünsche allen eine gesegnete Weihnachtszeit mit tollen Gesprächen und viel Inspiration für die Nachweihnachtszeit.

 

Herzliche Grüße

Thorsten Bahlmann