Am Anfang der Eine-Welt-Tage berichtete Bernd Lobgesang traditionsgemäß von Jan Amos Comenius, dem Namensgeber der Schule, und machte klar, worum es an unserer Schule geht: Lernen soll mit Anschauung verbunden sein und Spaß machen. Im Anschluss daran referierte er kurz über den Werdegang des Kollegs. Dieser erste Block der zweieinhalbtägigen Veranstaltung schloss mit seiner Powerpoint-Präsentation über die Geschichte und die Gegenwart Brasiliens und einer engagierten und kontroversen Diskussion über die Ausführungen des Referenten.

Körperliche Aktivitäten prägten dann so eindeutig wie selten zuvor die Eine-Welt-Tage, die in diesem Semester vom 25. bis zum 27. Februar im Schultenhof und im Kolleg stattfanden.

 

Von den vier angebotenen Gruppen hatte de Hälfte direkt mit schweißtreibender körperlicher Betätigung zu tun: So präsentierte Steffie Schwaninger unter dem Titel „Kann Sport die Eine Welt verändern?“ eine ganze Palette von Sportarten von der Gymnastik bis zur Selbstverteidigung. In der Tanzgruppe von Petra Köstler und Yasin Karakilic wurden die Tanzschritte für madegassische und lateinamerikanische Tänze eingeübt. Der Erfolg war hier umso sicherer, da sich unter dem teilnehmenden Studienkollegiaten ein professioneller Tanzlehrer befand, der den beiden Kursleitern mit Rat und Tat zur Seite stand. Sportliches Engagement verlangte aber auch die Musikgruppe von Reinhild Veerkamp und Marco Zander von ihren Teilnehmern, denn immerhin wurden hier nicht nur Lieder aus aller Welt gesungen, sondern Trommler, Perkussionisten und Gitarristen begleiteten voller Elan die jungen Sängerinnen und Sänger.

 

Die einzige Gruppe, die sich ganz auf geistige Arbeit konzentrierte, unterstand der Regie von Nadine Bezenšek und Elena Rech und setzte sich mit dem momentan gerade unter Jugendlichen sehr gefragten Konzern Primark auseinander, der zu lächerlich niedrigen Preisen Textilien zum Anziehen und Wegwerfen verkauft und natürlich dementsprechend schlecht die Arbeiterinnen bezahlen lässt, die bei Subunternehmen beschäftigt werden. Aber auch diese Gruppe verharrte nicht auf einem Fleck. Am Donnerstag fuhr der Kurs nach Ibbenbüren und diskutierte mit einem dort tätigen Schuhhändler, der im letzten Jahr in seinem Geschäft Schuhe zu fairen Preisen verkaufte und auf diese Weise verschiedene Kooperationen unterstützte. Leider war er damit nicht besonders erfolgreich.  

Nun kann man natürlich monieren, dass das Anliegen der Eine-Welt-Tage nur teilweise erfüllt wurde, denn eines ihrer Kernziele – die Auseinandersetzung mit wichtigen politischen, ökonomischen und sozialen Themen aus der Einen Welt – ließ sich naturgemäß in den bewegungsaktiven Gruppen bestenfalls am Rande umsetzen. Diesem Manko will die Planungsgruppe beim nächsten Mal durch ein breiter gefächertes Angebot von Arbeitsgruppen entgegenwirken. Und erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zweieinhalb Tage lang voll bei der Sache waren, sich gut untereinander verstanden und sehr viel Freude hatten. Viel mehr kann man wirklich nicht verlangen.

Bernd Lobgesang